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Friedrich-von-Alberti-Gymnasium
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AG „Dialog der Religionen“

„Es gibt keinen Frieden in der Welt ohne Frieden zwischen den Religionen.“

Wir leben in einer Welt voller auch religiös motivierter Gewalt, gegenseitiger Beschuldigungen und Vorurteile. Um ein Zeichen zu setzen gegen Misstrauen und Ausgrenzung. haben wir an unserer Schule eine AG „Dialog der Religionen“ gegründet. Als VertreterInnen von Hinduismus, Buddhismus, Islam und Christentum treffen wir uns regelmäßig, um miteinander über unseren Glauben und unsere Religion zu reden und uns darin kennenzulernen. In einem Klima der Wertschätzung und des Respekts vor dem Glauben des anderen entdecken wir dabei viel Gemeinsames. Wir entdecken aber natürlich auch Unterschiede und Andersartigkeit, die uns herausfordern und in Frage stellen, die wir aber auch als große Bereicherung für uns selbst und als Horizonterweiterung empfinden.
Eine große Rolle spielt in unseren Treffen immer wieder das Thema „Heimat“. Wo bin ich zu Hause, was macht ein Zuhause aus, wo gehöre ich hin?
In diesem Zusammenhang besuchten wir uns gegenseitig in unseren Gotteshäusern. In der Fatih Moschee in Heilbronn wurden wir sehr freundlich aufgenommen, konnten am Mittagsgebet teilnehmen und erlebten dort eine sehr lebendige und offene Gemeinschaft von Menschen, für die ihr Glaube, die Ehrfurcht vor Gott, Verantwortung für die Welt und für andere im Mittelpunkt ihres Lebens stehen. Um zum Ausdruck zu bringen, wie kostbar und wichtig ihr Glaube für sie ist, haben sie mit viel Engagement, Geld und Zeit aus einer ehemaligen Schuhfabrik ein bewundernswert schönes Gebäude geschaffen, in dem ihr Glaube ein Zuhause hat.
Auch der Besuch des Hindutempels in Kochendorf hat uns in dieser Hinsicht beeindruckt. In einer ehemaligen, nun umgebauten Fabrikhalle stehen an unterschiedlichen Plätzen Götterstatuen, die jede für sich durch einen Vorhang geschützt ein kleines Zuhause haben. In einer Art Prozession, die immer im Uhrzeigersinn stattfinden muss, werden alle Statuen aufgesucht und verehrt. Auch Gerichte werden den Göttern geopfert und anschließend gemeinsam verzehrt. So wurden auch wir anschließend zu einem gemeinsamen Essen eingeladen.
Die trotz aller Andersartigkeit erfahrene Verbundenheit im Glauben und die erlebte Gemeinschaft wollen wir umsetzen in einem von uns allen gemeinsam gestalteten Raum, den wir „Haus der Religionen“ nennen wollen, und der beim Projekt „Schule als Zunkunftsstaat“ unsere Vision vom friedlichen Zusammenleben aller Religionen zum Ausdruck bringen soll.
Als Bitte wollen wir diese Vision in einem multireligiösen Friedensgebet formulieren, das wir dieses Jahr als Schulabschlussgottesdienst feiern möchten.